Dein Stuhl ist frei


Ein neues Fest, ein Jahrestag,
die ich sonst doch so leicht begangen,
sind heute anders seit dein Sarg
in dieser Erde ist gefangen.

Dein Stuhl ist frei, doch sehe ich
dich manchmal wieder darauf sitzen;
mir scheint dabei ganz zögerlich
Vergangenheit kurz aufzublitzen.

Ich weiß wohl, weder ‚Dein‘ noch ‚frei‘
sind hier dafür die rechten Worte;
bist nur in meinem Kopf dabei
wie Bilder meiner Lieblingsorte.

Und manchmal male ich mir aus,
dass unsichtbar du bei uns schwebst,
dass ein Gedanke dich nach Haus
aus dem holt, in dem du jetzt lebst.

Doch trifft dies alles nicht den Kern,
kann meinen Schmerz nur schlecht beschreiben;
dein Stuhl ist frei, ich sähe gern
dich immer darauf sitzen bleiben.


Dirk Juschkat, 2010 - Alle Rechte liegen beim Autor.

  

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