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Zum neuen Jahr


Es ist noch jung, das neue Jahr,
die Mittagssonne wärmt noch nicht;
der Wind bläst kalt in mein Gesicht –
es bleibt so vieles, wie es war.

Die Häuserdächer tropfen stet
und höhlen Löcher in das Eis;
auf grauem Schnee liegt zuckerweiß,
was morgen wieder fortgeweht.

Geschäfte wie in Trauerflor
und überall Silvesterdreck,
die Leute werfen Bäume weg
und leben weiter wie zuvor.

Nur lauter scheinen sie zu sein,
und Rücksicht bleibt ein fremdes Wort;
die guten Vorsätze sind fort,
und keiner hört in sich hinein.

Man sagt: Für alle ist genug!
Es braucht nur wenig an Verzicht!
Sie sehen, doch erkennen nicht,
erliegen ihrem Selbstbetrug.

Es bleibt so vieles, wie es war,
und ganz egal auf dieser Welt;
in meinen Taschen altes Geld –
es ist noch jung, das neue Jahr!

(aus: "Leise Gedanken", cenarius Verlag 2012)

 

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Dirk Juschkat