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Geständnis


Und würd ich mich zum Schreiben zwingen
und täglich über mich berichten,
wer weiß, wie viel an Grau,
wie viel an unsäglichen Dingen
wär dann in endlos viel Gedichten –
und wäre das dann schlau? 

Ein jedes Schreiben heißt Durchleben,
die Seele öffentlich sezieren,
und ist auch immer Schmerz;
doch kann ich so viel von mir geben,
mich ständig öffnen und genieren
mit meinem wunden Herz?

Wie gerne würd ich Gutes schreiben,
tät lustig diese Welt verplaudern,
doch wäre das Betrug;
so lass ich viel im Dunklen bleiben,
ich muss doch selbst durch jedes Schaudern –
und das ist schon genug!

(aus: "Leise Gedanken", cenarius Verlag 2012;
eBook: "Liebe, Tod und Lyrik")
 

 

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Dirk Juschkat