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Septembertag


Septembertag – und Herbst in mir,
der Sommer scheint zu sterben;
und in Gedanken schweigen wir,
sehen die Welt sich färben.

Nur selten noch die Sonne sprüht,
verliert an Kraft und Glanz;
Erinnerung an das, was blüht,
verlöscht nun langsam ganz.

Die Dunkelheit gewinnt an Kraft,
von mal zu mal mehr Grau;
die Farben scheinen abgeschafft -
kein Rot, kein Grün, kein Blau.

Und auf die toten Blätter schreibt
die Schwermut und der Regen,
was uns vom Jahr noch übrig bleibt -
und kommt mir nicht gelegen.

In meinem Herzen wohnt Verdruss,
betrübt ist meine Seele;
auch wenn ich damit leben muss -
es bleibt, dass ich mich quäle.

Und auch die Aussicht auf Advent,
und auf ein neues Jahr,
ist nichts, das wie ein Feuer brennt -
was hilft bis Januar?

So ziehe ich mich still zurück,
als Sehnsucht Sommerlicht,
und in Gedanken, Stück für Stück,
wird daraus ein Gedicht.

(aus: "Längswege“, Wunderwaldverlag 2011;
eBooks: "Wo die Depressionen wohnen" und
"Rezept für ein Gedicht")

 

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Dirk Juschkat