Erwachen


Der erste Blick, nicht wirklich wahrgenommen,

Geräusche, Düfte – alles noch verschwommen.

Und im Versuch, das Chaos klar zu kriegen,

denkst du: das Beste ist, ich bleib noch liegen.
 
Du spürst dein Herz, wie Blut durch Adern kreist,
fühlst dich zerschlagen – und kalt ist dir zumeist.

Dein Auge reist und sieht so manches Ding,

dessen Bedeutung dir oft genug entging.
 
Und in der Zeit versuchst du zu verbinden,

von gestern End nach heute Neu zu finden,
und stößt auf Traum- und auf Gedankenfetzen,

auf Phantasien, Geister, die dich hetzen.
 
Doch du weißt auch, du kannst dort nicht verweilen,
denn Alltag ruft und du musst dich beeilen.

Erfährst Routine und manch andre Sachen,

und morgen wirst du wieder neu erwachen.
 
(aus: "Längswege“, Wunderwaldverlag 2011;
eBook: "Rezept für ein Gedicht")

 

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