Leben schreibt Lyrik > Gedichte > Abgebogen > Frühlingsgedicht

 
 
 

Frühlingsgedicht


Ich suchte für dich ein Frühlingsgedicht;
doch was ich auch fand, es passte mir nicht.
Was blieb mir da übrig? Es selber zu feilen!
Und nun stehen anfangs vier seltsame Zeilen ;-)

Noch mitten im Winter, ich grabe und wühle
und suche nach Worten, allein was ich fühle,
sind Pollen, die unverschämt jetzt schon mich quälen –
wer kann denen mal vom Kalender erzählen?!

Vielleicht braucht es einfach die sonnigste Zeit,
kann jetzt noch nicht dichten, bin längst nicht soweit;
doch wenn ich mal ehrlich die Sommer betrachte –
da war immer einer, der es dann nicht brachte...

Als Alternative den Herbst abzuwarten,
erübrigt sich gleichfalls mit Blick auf den Garten.
Wie soll ich denn Triebe durch Lyrik erwecken,
wenn nur tote Blätter den Boden bedecken?

Ich suchte für dich ein Frühlingsgedicht,
doch dies wird es hier und heute noch nicht;
so bleibt mir die Hoffnung, an einem linden,
richtigen Frühlingstag, Reime zu finden!
 
(aus: "Abgebogen", cenarius Verlag 2011;
eBook: "Liebe, Tod und Lyrik")
 
 
 

 

 

 
Dirk Juschkat